Potter's Poems - Lyrik aus der Töpferstadt
"Potter's Poems" entsteht in der Töpferstadt Ochtrup und beschäftigt sich mit Gedichten. Vor allem geht es um Haiku, der kompaktesten Form von Lyrik. Das Haiku-Schreiben hat seinen Ursprung im alten Japan. Heutzutage wollen ungezählte Menschen weltweit kurz und knapp einen bemerkenswerten Moment vergegenwärtigen – und im Leser das entstehen lassen, was Worte nicht sagen können oder sollen. Wer sich für weitere Verse, Autoren und Hintergünde interessiert, möge nebenstehende Web-Seiten oder mein englischsprachiges haiku-pupil besuchen. Darüber hinaus lade ich ein zum Selberschreiben und zum Kukai 2010, einem deutschsprachigen Haiku-Wettbewerb.
Ralf Bröker
PS: Weitere Informationen bietet auch dieser Text der Deutschen Haiku Gesellschaft.
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Verfasst am 25.07.2010 16:58:59 Uhr
Schattentheater.
Das Geburtstagskind macht den
Hasen zum Adler
Septemberregen.
Noch einmal fällt sein Schatten
auf ihr Spiegelbild
Anthologie von Ingo Cesaro: Bei Licht betrachtet (S. 8 und 61), Juli 2010
Verfasst am 17.07.2010 01:42:56 Uhr
den Tag erahnen
durch geschlossene Augen
die Kinder sind wach
Haiku heute Juli 2010
Verfasst am 02.07.2010 02:58:00 Uhr
der Gedanke
einen Stein zu werfen
in die Stille
Haiku zu Fotos Juni 2010
Verfasst am 22.05.2010 01:52:38 Uhr
Poaskenstaken
De Öhm frögg
noa'n Üörtken
Poaskenstaken
Der alte Junggeselle fragt
nach 'nem Flachmann
Artgerecht und ungebunden
Mundart-Haiku, präsentiert von Claudia Brefeld
Hinterher an der Haltestelle
Wir sind zu fünft in London. Ein befreundetes Paar, meine Kinder und ich treiben an diesem ungewöhnlich sonnigen, ja, warmen Oktobermorgen durch die Geschäftsstraßen. Und obwohl die Zeitungen von Wirtschaftskrise schreiben, hasten die Menschen voll bepackt mit Plastiktüten zwischen all den Kaufhäusern und Cafés in diese und jene Richtung. Immer wieder stoße ich gegen ihre Kanten, rieche teures Parfüm aus nächster Nähe, sage zweimal "Excuse me" und lass es dann. Denn niemand spricht auf diesen Boulevards.
Da, den Bus wollen wir nehmen! Ein alter Bus, einer mit offenem Plateau am Ende! Einer von denen, auf die man aufspringen kann!
Ich springe ...
"Hast Du sie noch alle?", herrscht mein Freund mich an. Nicht nur, dass ich beinahe allein davon gefahren wäre, weil ja keiner hinterher rennen könne bei diesem Trubel. Seine Frau nicht, meine Tochter auch nicht. Und ob ich mir mal überlegt hätte, dass mein Sohn mit seinen acht Jahren wohl nichts Besseres zu tun haben könnte, als seinem Vater hinterher zu springen. Gott sei Dank sei der Junge zu langsam gewesen, er habe ihn festhalten können. Ich hätte mal sehen müssen, wie entsetzt er mir hinterher geschaut habe. Und sie hätten mich nur eingeholt, weil die nächste Haltestelle keine hundert Meter weiter liege und der Bus noch immer warten müsse.
"Entschuldigung", sage ich. Und nach einer Weile: "Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist."
Hier kam ich zur Welt.
Hier starb mein Vater.
Jetzt trenne ich die Nabelschnur ...
Chrysanthemum April 2010
Verfasst am 15.05.2010 12:23:40 Uhr
Dichtertreffen
jetzt lauschen alle
dem Buchfink
Kukai-Runde
in die Punkte kommt
ihr Lachen
Haiku heute Mai 2010
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